Menü
h Suche
Jetzt suchen

Glasmanufaktur Holzen

Die fürstliche Glasmanufaktur Holzen am Ith

Auf Veranlassung von Herzog Carl I. von Braunschweig-Lüneburg wurden im Braunschweigischen Weserdistrikt im Jahr 1744 drei Glasmanufakturen gegründet:

-    Eine Glas- und Spiegelfabrik am Grünen Plan (Grünenplan) im Hils
-    Eine Glashütte für Bouteillen und Fensterglas bei dem Dorfe Holtensen (Holzen) am Ith
-    Eine Hohl- und Tafelglashütte am Schorbornsteich (Schorborn) im Solling

Von keiner der drei fürstlichen Glasmanufakturen sind Baupläne aus der Gründungsphase überliefert. Durch einen Zufall sind die baulichen Reste der Glasmanufaktur Holzen, die kurz nach Ende des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) ihren Betrieb einstellen musste, unter der Erde erhalten geblieben.
In mehreren archäologischen Grabungskampagnen konnte die Manufaktur ans Tageslicht zurückgeholt werden. Auf einer 1000 qm großen Fläche Gartenlandes wurden mindestens sieben Glasöfen, ein Fußbodenpflaster aus Sandsteinplatten und der Fundamentabschnitt einer Längswand der ursprünglich alles überdachenden Werkhalle freigelegt. Im Zentrum der Halle stand der große Glasschmelzofen. Darum herum gruppierten sich neben einem langen Arbeitsofen noch fünf weitere Arbeits- und Kühlöfen. Ihre Funktion ließ sich nicht immer  einwandfrei klären.
Auf der Glashütte  wurde „grünes Hohl- und Kistenglas“ hergestellt, wobei unter dem Hohlglas die Fertigung von Bouteillen, also Flaschen, und unter Kistenglas, Flachglas für Fenster zu verstehen ist. Diese Angaben werden durch die Bodenfunde bestätigt.

Die Glasmanufaktur lag ursprünglich abseits des Ortes, dicht am Waldrand des Ith. Ihre Bewohner, wie der  Hüttenverwalter, vier Hohlglasbläser, ein Glasmacher, vier Schür- und Schürfmeister und drei Holzhauer lebten mit ihren Familien in kleinen Fachwerkhäusern unmittelbar bei der Glashütte. Wie groß die gesamte Belegschaft mit den unerwähnt bleibenden Einträgern, Einpackern, Fuhrknechten und Lehrjungen in einem laufenden Jahr tatsächlich war, kann nur geschätzt werden. Es dürften aber deutlich mehr als 20 Personen gewesen sein. Dass sie sehr eigenständig lebten, dafür spricht ein extra für diese Gruppe ab 1745 geführtes Kirchbuch.

Heute ist der Ortsteil „Holzer Hütte“ mit dem eigentlichen Ort Holzen verwachsen.   

loading
  • Persönliche Beratung und Tipps vor Ort & zur Reiseplanung
  • Die beste Auswahl an Hotels und Ferienwohnungen persönlich getestet
  • Tipps von ausgesuchten Reiseexperten aus der Region