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Glasmacherort Grünenplan

Wussten Sie, dass das dünnste Glas der Welt aus der Solling-Vogler-Region kommt?

Richtig, es kommt aus dem Ort Grünenplan!

Mit seiner 850-jährigen, kontinuierlichen Glasmachertradition nimmt der Glasmacherort Grünenplan eine herausragende Stellung in der Glaslandschaft Weserbergland ein.

Eine Urkunde von 1632 aus der letzten Waldglashütte ‘Unter dem Hilsborn‘ (1630-67) belegt die 400 -jährige Spiegelmachertradition , die 1744 mit der  Gründung der Fürstlichen Spiegelglasmanufactur durch Herzog Carl I. von B/L (1735-80) am Standort der ersten ortsfesten ‘Glashütte am grünen Platz‘ (1667-1744) erfolgreich fortgesetzt wurde. Die Oberaufsicht über alle drei 1744 gegründeten Fürstlichen Glashütten im Braunschweigischen Weserdistrikt führte der berühmte Oberforstmeister Johann Georg von Langen (1699-1776), der den ‘Neuen Anbau am Grünen Plan‘ als Wohnsiedlung der Glasmacher (heute Ensemble-Denkmal) entwickelte, die Fürstliche Porzellanmanufactur in Fürstenberg gründete und heute als Begründer der ‘forstlichen Nachhaltigkeit‘ gilt. Mit dem Grünenplaner Spiegelglas wurde u.a. die Hofspiegelmanufactur Körblein in Braunschweig beliefert, in der z.B. auch der berühmte Hofglasschneider Johann Balthasar Sang Glaspokale, Spiegelschränke und Schmuckspiegel schnitt - zwei seiner Spiegel bilden den meisterlichen Höhepunkt im neuen Spiegelsaal des Glasmuseums Grünenplan.

Die Glashüttenpächter Gebr. Amelung exportierten das "Know how" der Grünenplaner Spiegelmacher mit jeweils ca. 200 Grünenplanern in die Welt:
- Frederik Amelung ab 1779 nach Baltimore/USA, aufgegangen in Corning Glass, dessen Museum in Pittsburgh Grünenplan als seine Geburtsstube bezeichnet und
- Anton Amelung nach 1785 ins russ. Generalgouvernement Livland/Estland; 1850 mit 2000 Spiegelmachern die größte Glashütte im zaristischen Russland mit Spiegelexporten in alle Kontinente.

1871 wird zur Kapitalbeschaffung die Deutsche Spiegelglas AG - DESAG gegründet. Die Spiegelhütte wandelt sich im 20. Jahrhundert zur Spezialglashütte insbesondere für den optischen Bereich. In der angegliederten Uhrglashütte wird der aspärische Autospiegel entwickelt und produziert. Aktuell ist die Schott AG Grünenplan eine der weltweit drei Kompetenzzentren für Dünnstglas - jede Glasplatte ist so "dick" wie ein Haar und der Markt fragt auch wieder nach verspiegeltem oder entspiegeltem Glas, das mittlerweile nicht mehr beschichtet, sondern getaucht wird.

Im Glasmuseum Grünenplan sind neben der 850-jährigen, kontinuierlichen Glasmachertradition die Geschichte der Deutschen Uhrglasfabrik DUF, die letzte Waldglashütte ‘Unter dem Hilsborn‘ mit Rekonstruktion des dortigen Temperofens, die Fürstliche Hohl- und Tafelglasmanufactur Schorborn im Solling mit deren Spezialität gläserner Abendmalskelche, die Fürstliche Bouteillen-Manufactur in Holzen am Ith für Flaschen insbesondere für Pyrmonter Wasser und das Zukunftsprojekt ‘Europäisches Glasforum Grünenplan‘ als Forum für Technisches Glas dokumentiert. Das historische Glasmacherhaus in der Kirchtalstraße thematisiert die Sozial- und die Industriegeschichte Grünenplans.

Ein Flyer beschreibt einen glaskulturellen Rundweg durch die Ortschaft, ausgehend vom Glasmuseum mit dem gläsernen Glasmachersippenbaum. Ein weiterer Flyer ‘Glasmacherort Grünenplan-das gläserne Herz Niedersachsens‘ erschließt mit sieben, unterschiedlich langen Wanderwegen die waldreiche Umgebung Grünenplans - u.a. der ‘Wanderweg Gläserner Wald‘ vorbei an historischen Waldhüttenplätzen. Aber auch die Sonderausstellungen ‘Fürstliche Hohl- und Tafelglashütte Schorborn‘ (2015), ‘Apparateglas - Glas für Medizin, Wissenschaft und Technik‘ (2016) aus Ilmenau, Gehlberg und Geraberg und ‘400 Jahre Spiegelglasgeschichte in Grünenplan‘ (2018) sind durch Flyer dokumentiert.

Der ‘Förderverein Glasforum Grünenplan‘ betreut die beiden musealen Einrichtungen in Grünenplan und pflegt das Wissen über die glaskulturelle Bedeutung des Ortes, fördert das angemessene Equipment in der Ortschaft mit gläsernen Ortsschildern, Glasmachersippenbaum, gläserner Von-Langen-Hommage, verglaster Einhäusung des restaurierten Glaskühlofens und Vermittlung böhmischer Meisterrepliken Grünenplaner Waldglasfunde - alles mit dem Ziel, Lust auf Glas zu machen. In diesem Sinne: Herzlich willkommen im Gläsernen Herzen Niedersachsens!

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