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Die Glaslandschaft in der Solling-Vogler-Region

Erstmals erzeugten Glasmacher zu Beginn des 9. Jahrhunderts mitten in dem dicht bewaldeten Solling Rohglasmasse zur anschließenden Weiterverarbeitung am Standort der karolingischen Klosters Corvey an der Weser.

Was klein anfing, entwickelte sich 300 Jahre später im Weserbergland zum größten Glasmacherzentrum im nördlichen Mitteleuropa. Über 250 Waldglashütten stellten zwischen dem 12. Jahrhundert und dem 18. Jahrhundert Glasprodukte her, die auf dem Land- und dem Wasserweg bis in ferne Länder verhandelt wurden. Hier landeten die kunstfertig geblasenen Gläser auf den Tischen des Adels und des reichen Bürgertums.

In Abhängigkeit vom Holz als Feuerungsmaterial für die Glasschmelzöfen und Aschelieferant zur Glasbereitung fanden die Arbeit und das Leben der Glasmacher fern der Städte und Dörfer in den Wäldern statt. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die von Hüttenmeistern geführten Waldglashütten durch größere Glasmanufakturen unter landesherrschaftlicher Verwaltung abgelöst. Es entstanden prunkvolles Tafelgeschirr und reich verzierte Spiegel, andererseits auch Fensterglas und mit Siegeln versehene Flaschen. Durch den immensen Holzverbrauch der Glashütten dünnten die Wälder immer stärker aus. Deshalb erfolgte mit dem Aufkommen der Eisenbahn im 19. Jahrhundert die Verlegung der Betriebe in Bahnnähe, um andere Brennmaterialien und Rohstoffe zur Glaserzeugung aus der Ferne heranzutransportieren. Gleichzeitig verbesserte der Schienenweg den schnelleren Absatz der Glaswaren. So erfassten die Neuerungen des Industriezeitalters auch die Glasfabriken. Noch heute prägen hochspezialisierte Unternehmen der Glasindustrie die Wirtschaftskraft im Weserbergland.

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